archiv für den monat Dezember 2006

jahresende.

Sonntag, den 31. Dezember 2006

ein jahr ist also zu ende. nicht nur das kalendejahr, sondern auch ein gutes jahr, in welchem ich frei bin. ein wirklich gutes jahr. viel hat sich bewegt und verändet. klar, studienabschluss und so. aber: ich hab auch mehr und mehr von meiner freiheit gebrauch gemacht. hab zumindest teilweise gelernt, mich treiben zu lassen, den moment zu geniessen, stress aufzuschieben und mich an kleinen dingen zu freuen, ohne mich ständig auf die eventuellen konsequenzen zu konzentrieren und mir sorgen um etwelches zeugs zu machen.

das wichtigste, zum daran festhalten: alles baut auf vertrauen auf, dies ist die grundlage des guten; ich muss ich selber sein und bleiben.

das neue jahr? wird vieles bringen. zunächst einmal eine entspannung der wohnsituation. und ich mache so weiter, wie bisher: baue meine freiheit auf und suche mich selber noch mehr, um das glück überall und möglichst vollständig zu finden. ich hoffe auf weniger konfuses und verworrenheit, auf eine stabilisierung also, und zwar ganz neu. meine vorsätze haben selbstverständlich damit zu tun, aber konkreteres wird nicht preisgegeben.

taubenblaugrau.

Mittwoch, den 27. Dezember 2006

immer dann, wenn man sich am allermeisten zur klirrend wirkenden kälte schnee wünscht, so ist der ausser in ein paar lächerlich puderzuckrigen flocken frühmorgens auf dem nachbarsdach in weiter ferne. dafür liegt nebel deckenhaft über der stadt und der wetterbericht verspricht schönes wetter, also über dem nebel und da wo er vergeht. weichen will der nebel allerdings nicht, auch wenn ab und an, aber viel zu selten und zu kurz, schleierige fetzen von sonnenlicht durch die decke dringen, und ihr damit etwas schönes, weiches, zauberhaft weisses verleihen. so versinken diese tage in weissgrauer blässe, die helligkeit der sonne wird watteartig gedämpft und das eindunkeln geht kaum wahrnehmbar vonstatten, weissgrau wird zu grau, zu dunkelgrau und zu ganz dunkel. des nachts ist der nebelhimmel über der stadt öfteren von seltsam anmutendem orangerosa, im widerschein der lichterwelt. heute nicht. heute ist der himmel taubenblaugrau. woher das nur kommt? sehr schön jedenfalls. vermissen tue ich sterne und schneeflocken dennoch, sehr sogar.

lästerfest.

Dienstag, den 26. Dezember 2006

ok, was ich immer noch nicht ausstehen kann: wenn man mich nicht für voll nimmt. wenn man nicht als erwachsenen menschen behandelt, und wenn man verbohrt an seiner meinung festhält, in belangen in denen ich wirklich besser bescheid weiss und mir dann grosszügigerweise verkündet, dass ich meine meinung schon behalten dürfe, das wäre schon recht so.
immerhin bin ich nur kurz und nur andeutungsweise ausgerastet. für eine verstimmung hat’s gereicht, allerdings hat sich’s dann auch wieder etwas gelegt.

jedenfalls hat sich’s jetzt ausgeweihnachtet für dieses jahr.

lichterfest.

Montag, den 25. Dezember 2006

weihnacht ist dann, wenn die vorweihnachtliche hektik des konsums vorüber ist, wenn man sich mehr als zu genüge in den einkaufsparadiesen auf den füssen rumgetrampelt ist, unter schwüren, dies sich nie wieder anzutun, wenn man die bimmelnde weihnachtspopmusik wirklich nicht mehr hören kann, wenn die supermärkte bereits anfangen, silvesterutensilien statt zumeist scheusslicher weihnachtsdeko im übermass in die regale zu beigen, wenn kerzen ausverkauft sind und geschenkpapier mangelware, wenn alle im bus grosse taschen, mit glitzernden paketen zu ihren familien tragen, mit einem hauch von erleichterung im gesichtsausdruck, dass man es wieder einmal so weit geschafft hat.

weihnacht ist dann, wenn man familie feiert und so weihnacht macht. man zelebriert das zusammensein, die familienliebe, die gewachsenen und vielleicht fast festgefahrenen traditionen, das sich beschenken, oder auch nicht, den weihnachtsbaum, die lichter, das zuhause.

weihnacht ist dann, wenn die hektik leider manchmal dennoch weitergeht: familie will gelernt sein. weihnacht machen auch. es gelingt nicht, hängen zu viele vergangene traurige momente in der luft, oder verneint man, wie man sich eigentlich darüber freut, weihnacht zu machen, denn es könnte ja spiessig scheinen, dies zu tun. alles was irgendwie im entferntesten nach zwang sich anfühlt, ist schlecht. nicht nur hier, aber hier im speziellen.

offenbar bin ich lernfähig. ich kann mich mittlerweile an dem freuen, was schön ist an weihnacht; die lichter beispielsweise, und andern eine freude zu machen. ohne mir ständig über die vergangenen traurigkeiten gedanken zu machen und ohne mich über die traditionen zu ärgern. keine ahnung, warum das so ist. vielleicht werde ich einfach alt. oder es ist ein schritt in richtung endlich ein mir eigenes und selbständiges leben zu haben, und dies auch zu leben und glücklich zu sein.

gelegentlicher zerfall.

Samstag, den 23. Dezember 2006

die stärke der sternennacht mit leichtem nebel über dem see ist gefragt. aber so einfach von sich kommt die nicht, ich brauche auch ein leben, um sie zu erreichen.

die klarheit der eingependelten gewohnheit macht alles weniger emotional überbeladen, und trotzdem nicht minder schön. drum funktioniert’s. der zerfall kommt trotzdem, heftigstens. daher der plan: aufhören. um einem vollständigen zerfall vorzubeugen. ein guter plan. trotzdem: ich habe dir die worte aus dem mund genommen, indem ich dies zu gelegentlich aufhören umformuliert und abgeschwächt habe. schön, dass wir uns so einig sind. und schön ist die welt, trotz oder gerade im zerfall. schmerzhaft schön, viel schöner als wäre gelegentlich sofort.

ich bin viel ruhiger so und blicke den ganzen feierlichkeiten, trotz allem und totaler ungeplantheit, einigermassen gelassen entgegen.

ach übrigens: irgendwie freut’s mich, dass dich offenbar damals diese klassischste aller liebesgeschichten auch so verwirrt hat, damals als alles angefangen hat. schön zu wissen, dass doch nicht immer alles einfach so klar war bei dir. und das meine ich nicht im geringsten schadenfreudig, sondern: es freut mich, dass ich sowas auslösen kann in jemandem wie dir, der du dasselbe in immensem ausmass bei mir auslöst.

ansonsten: meine berge waren heute nicht mir wohl gesinnt, sondern grau und kalt.

überwältigung.

Mittwoch, den 20. Dezember 2006

nachdem mir nach allem anderen heute jetzt auch noch eine schifffahrt für nächstes jahr versprochen wurde, fehlt eigentlich nur noch, von ihm zu hören, um die konfuse überwältigung durch emotionalität zu komplettisieren.
was bestimmt nicht mehr lang auf sich warten lässt.
dieser tag hat’s echt in sich.
und ich wurde schon zweimal auf meine nicht-existenten vorsätze für nächstes jahr angesprochen.
vielleicht sollte ich mir ja welche suchen.

rückmeldung des narziss.

Dienstag, den 19. Dezember 2006

ach der narziss. der ist lustig. war der doch sowas von unglaublich und extrem sauer auf mich, dass er nie wieder auf nicht durch äussere umstände bedingte weise mir begegnen wollte. und jetzt: schreibt der mir doch tatsächlich eine mail zu weihnachten! spassvogel, das. was der sich wohl erhofft? nichts wird er bei mir finden, gar nichts! mir reicht’s nämlich.

vage traurigkeit.

Montag, den 18. Dezember 2006

und bereits finden wiederholungen statt. unheimlich, irgendwie. diese jahr ist trotz allem total schnell vorbeigeflogen.

das projekt: eine normalisierung zumindest so weit, dass zukünftige besuche möglich sein werden, und nicht einfach schon von vornherein ausgeschlossen sind. das ist mir auf die dauer zu traurig: es reicht vollkommen aus, dass der einzige zufluchtsort, an dem ich immer willkommen war, zu dem ort geworden ist, an dem ich am unwillkommensten bin.

geht das? können wir das? will ich das wirklich? wir werden sehen.

wirklich gute nachrichten.

Donnerstag, den 14. Dezember 2006

so. jetzt ist’s sicher: die guten nachrichten haben sich konkretisiert und sind beschlossene sache. zwar aus technischen gründen noch nicht schriftlich, aber das wird nächste woche werden.
das alles will heissen: ich ziehe anfang februar um. in eine grosse zweizimmerwohnung, ich ganz alleine.
das ist nun endgültig ein anfang meines ganz eigenen lebens.

sternschnuppe.

Donnerstag, den 14. Dezember 2006

schön ist die welt. kurz, hell und zauberhaft wie eine sternschnuppe in der winternacht. klares leuchten für eine zeit lang, klarer anfang, klares ende. gut ist das, so ganz ohne verworrenheit.
macht mich denken, dass wir mit der seriosität ruhig noch etwas warten können.
trotz der krassen absurdheit des ganzen.

schmerzlich plötzlich wird mir allerdings bewusst, was mir eigentlich alles fehlt: wie schön das leben doch sein könnte, müsste, in anbetracht meiner abhängigkeit von nähe im sinne von nicht-einsamkeit. so wie der schwarze nachthimmel, der die sternschnuppe umgibt und somit erst sichtbar macht. eine realisierung ist absolut unmöglich, ich weiss.
dieses bewusstsein scheint die sofortige seriosität zu bedingen.

ich kann beides nicht.