lichterfest.

weihnacht ist dann, wenn die vorweihnachtliche hektik des konsums vorüber ist, wenn man sich mehr als zu genüge in den einkaufsparadiesen auf den füssen rumgetrampelt ist, unter schwüren, dies sich nie wieder anzutun, wenn man die bimmelnde weihnachtspopmusik wirklich nicht mehr hören kann, wenn die supermärkte bereits anfangen, silvesterutensilien statt zumeist scheusslicher weihnachtsdeko im übermass in die regale zu beigen, wenn kerzen ausverkauft sind und geschenkpapier mangelware, wenn alle im bus grosse taschen, mit glitzernden paketen zu ihren familien tragen, mit einem hauch von erleichterung im gesichtsausdruck, dass man es wieder einmal so weit geschafft hat.

weihnacht ist dann, wenn man familie feiert und so weihnacht macht. man zelebriert das zusammensein, die familienliebe, die gewachsenen und vielleicht fast festgefahrenen traditionen, das sich beschenken, oder auch nicht, den weihnachtsbaum, die lichter, das zuhause.

weihnacht ist dann, wenn die hektik leider manchmal dennoch weitergeht: familie will gelernt sein. weihnacht machen auch. es gelingt nicht, hängen zu viele vergangene traurige momente in der luft, oder verneint man, wie man sich eigentlich darüber freut, weihnacht zu machen, denn es könnte ja spiessig scheinen, dies zu tun. alles was irgendwie im entferntesten nach zwang sich anfühlt, ist schlecht. nicht nur hier, aber hier im speziellen.

offenbar bin ich lernfähig. ich kann mich mittlerweile an dem freuen, was schön ist an weihnacht; die lichter beispielsweise, und andern eine freude zu machen. ohne mir ständig über die vergangenen traurigkeiten gedanken zu machen und ohne mich über die traditionen zu ärgern. keine ahnung, warum das so ist. vielleicht werde ich einfach alt. oder es ist ein schritt in richtung endlich ein mir eigenes und selbständiges leben zu haben, und dies auch zu leben und glücklich zu sein.

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