dass dies kein ende, sondern ein anfang mit vielen grossen, neuen und zahlreichen möglichkeiten sei, ist wohl eine der meistbenutzten floskeln bei abschlussfeiern jedwelcher art von bildungsinstitutionen. und manchmal denkt man dann, das hab ich doch schonmal gehört, irgendwie; hat sich das nicht langsam etwas abgestanden? und könnte man nicht mal eine neue und interessante rede halten?
aber dann, andere manchmals merkt man, dass es eben doch so ist. man sieht all die abschliessenden, ihre fröhlichkeit, ihre neugier, die welt zu erobern, ihr stolz und den leisen abschiedsschmerz. und dann, ganz unversehens, ist man gerührt. denkt an den eigenen solchen abschluss zurück, an die grossen gefühle, die man selber da geschwungen hat, die türen, die man offenstehen hatte. und fragt sich leise, um die freude für die anderen in sich nicht zu verscheuchen, ob man die türen gefunden und die welten dahinter betreten hat. aber für den moment feiert man mit, wünscht alles gute und dergleichen mehr. und ganz nebenbei denkt man sich, dass dies doch eigentlich eine der schöneren seiten des lehrerdaseins sein wird.
später, in stiller kammer, denkt man weiter. überdenkt die aufgestossenen türen, und auch die links liegen gelassenen. und kommt zum schluss, dass alles gar nicht so daneben war, bisher. trotz unzähliger irrwege und fehlschlägen. dass ich eigentlich ganz zufrieden bin damit, wo ich bin. und dass noch viele abschlüsse und anfänge kommen werden. dass mit jedem abschluss eine tür definitiv geschlossen, abgeschlossen wird, aber viele weitere sich öffnen. dies nutzen zu können ist ganz eigentlich etwas sehr schönes.
übrigens sind wohl abschlüsse nicht nur in bildungsbelangen anfänge. sondern zu ziemlich überall im leben. wirklich überall, eigentlich.