alles zum stichwort ‘züglerei‘

losgelöst.

mittwoch, den 24. mai 2006

während der suche nach einem neuen wohnort war mir immer bewusst, dass der wohnortswechsel entweder die fortsetzung des einigermassen stabilen glücks so wie bisher oder dann einen totalen absturz mit sich bringen würde. nun bin ich umgezogen. was von beidem nun stattfindet, weiss ich noch nicht sicher. logischerweise, nach nur so kurzer zeit. es sind beide aspekte vertreten. die wohnung ist phantastisch. alle voraussetzungen für den rückerhalt meines eigenen lebens gegeben. ein gefühl der verlassenheit und einsamkeit ist aber auch da. ich bin noch überhaupt nie ohne jemanden an meiner seite umgezogen. das führt mir jetzt mein alleinesein immer wieder lähmend vor augen.

angekommen.

dienstag, den 23. mai 2006

alles da, überwältigende masse von dingen. unglaublich. ohne unterbruch umgezogen, eingerichtet. weit entfernt von fertig. aber jetzt ist alles so, dass ich weiterarbeiten kann, dass ich schlafen kann. meine sachen sind also alle da, aber ich muss erst noch ankommen. ging alles zu schnell, um es zu erfassen. aber ich glaube, es ist gut.

wechsel.

dienstag, den 23. mai 2006

so. jetzt gilt’s ernst. umzug. ins ungewisse neue. wieder mal eine art des neuanfangs in meinem leben. und doch geht vieles weiter wie bisher. denn dieser neuanfang betrifft eigentlich nur die facette wohnen. möglicherweise beeinflusst diese facette allerdings auch andere aspekte.

schlüssel.

sonntag, den 21. mai 2006

ich hab ihn. ich freue mich? ja. nein. weiss nicht. hoffe, das wird gut? war das ein weiser entschluss? werde ich da glücklich? frei? leben? bin grade sehr verunsichert. natürlich. wie könnte es anders sein. jetzt gerade möchte ich nicht alleine sein.

noch leerer.

sonntag, den 21. mai 2006

alles eingepackt, bereitgestellt, organisiert. obwohl der umzug erst übermorgen ist. morgen geht’s nicht.

ein gefühl wie pause. stillstand des lebens. totale leere.

aber irgendwie schön, weil alles so scheinbar aufgeräumt, kategorisiert und ballastlos ist.

luftleerer raum.

sonntag, den 21. mai 2006

dieser zustand des noch nicht weggezogen seins, nicht fertig vorbereitet habens und noch nicht umgezogen seins: völlige leere des raums. lähmend. beglückend. beengend. seltsam. schwebend. grund meiner energielosigkeit. die zerstörung des jetzt zur ermöglichung der zukunft fällt mir schwer. obwohl ich die zukunft, die rückkehr meiner freiheit und meines lebens kaum erwarten kann.

energielosigkeit.

samstag, den 20. mai 2006

das verfassen eines texts, bei dem es nur darum geht, eine kernidee auf zwei seiten aufzublasen und das ganze auch ein bisschen wissenschaftlich klingen zu lassen, kann schon unglaublich lange dauern. dies hat damit zu tun, dass ich es einerseits natürlich doch nicht schaffe, mich auf zwei seiten zu beschränken, und dass ich mich andererseits für sowas einfach nicht begeistern kann, und mich so überhaupt nicht zum schnell schreiben motivieren kann, sondern meist energielos vor dem computer sitze, und darauf warte, dass sich das ding von selber schreibt. jedenfalls ist jetzt irgendetwas geschrieben.

nun sollte ich noch den umzug vorbereiten. will heissen, sachen bereit stellen und zum mitnehmen auswählen. das braucht auch energie. viel energie. bin jedoch unglaublich müde. grundlos. mal sehen. vielleicht hilft ja etwas schwarztee.

nicht-symmetrie der einsamkeit.

dienstag, den 16. mai 2006

es gab eine zeit, da war ich sehr einsam. ich fühlte mich von allen unverstanden, von der welt im stich gelassen, losgelöst von den ganzen sozialen clustern um mich herum, sowohl draus rausgefallen, als auch nie drin gewesen. zum teil war’s so, teilweise konnte ich auch nicht anders. jedenfalls war das gefühl omnipräsent, dass jeder annäherungsversuch meinerseits, welcher art und form und zu wem auch immer, vom gegenüber stets auf ablehnung stiess. es gibt momente, da kommt dieses gefühl auch heute noch zurück, zumindest in abgeschwächter form. manchmal geschieht jedoch auch das gegenteil:

auf meine mitteilung, dass ich von der interessentenliste für das pvc-marmor-zimmer gestrichen werden könne, kam ein sicherlich ehrlich gemeintes oh, schade! als reaktion. naja, dass die bewohnerin des anderen zimmers mich ganz ok fand, habe ich schon gemerkt. aber es gab schon auch einige punkte innerhalb ihrer komplexen wünsche, die ganz klar gegen mich als potentielle mitbewohnerin gesprochen haben. gut zu wissen, dass ich doch manchmal menschen, von denen ich’s nicht erwartet hätte, in gewisser weise für mich einnehmen kann.

heute kam per post die von mir seit einiger zeit erwartete einladung zum gemeinsamen kaffeetrinken – um über alte zeiten zu reden, oder was weiss ich. eine nette einladung, wirklich. aber natürlich mit disclaimer, dass es nicht sein müsse, wenn ich zu überarbeitet wäre, usw. für mich eine schöne bestätigung, dass ich mit der annahme richtig liege, dass die sach- und gefühlslage für mich klarer ist als für den einladenden. ob ich da hingehe, wird sich noch herausstellen.

unfassbar.

montag, den 15. mai 2006

ich habe tatsächlich auch mal glück im leben: habe heute morgen nun nach einem pro forma drüberschlafen definitiv zugesagt für das zentrale zimmer! freue mich sehr! werde bereits nächste woche umziehen. muss mein umzugsteam organisieren, vor allem den fahrer. wenn ich dann da wohne, werde ich einen teil meines wahren lebens zurückhaben!

gewisse menschen sind einfach unglaublich kompliziert. so kompliziert, dass es nicht zu fassen und doch so vorhersehbar, dass es trotzdem unsäglich ist.

gewisse andere menschen sind auch unfassbar, allerdings indem sie sich einem immer wieder komplett entziehen.

wohnortssuche.

sonntag, den 14. mai 2006

seltsam, geradezu erstaunlich, was einem alles so begegnet, wenn man auf zimmer- bzw. wohnortssuche ist. lauter dinge, die man nicht für möglich gehalten hätte:

- pvc-boden mit marmor aufdruck. das ist noch viel schrecklicher, als man sich das vorstellt, wenn man’s hört bzw. liest, im fall. also wirklich das allerschlimmste, was ich je gesehen habe. und dazu: komplizierte mitbewohnerin.

- mit tier- und pflanzenbildern, also postkarten, nicht unbedingt alle fotografisch schön und gelungen, tapezierte wohnung. und zwar nicht nur wände, sondern auch küchenschränke und so. alles andere, was noch sichtbar ist in holz oder holzimitat, in einer mischung, die beides unerträglich mach. ok, klingt vielleicht nicht so schlimm, ist es alles im einzelnen auch nicht, aber es war echt zu viel des guten. dazu: uninteressanter mitbewohner.

- wunderschöne wohnung, vierter stock, zwei balkone, alles parkett, super lage. grosse küche mit gasherd und alter einrichtung und balkon. schön eingerichtetes wohnzimmer mit balkon. viele kleine russische sachen überall. schönes zimmer mit wandschrank, nach dem innenhof, mit bäumen, z.t. hübschen häusern, rauschen der weststrasse. wunderschön urban und so, dass es mir da gefallen würde. dazu: netter, vernünftiger mitbewohner. der fast nie da wäre. also: ich will das zimmer! unbedingt. ich wäre da glücklich. morgen abend werde ich’s wissen. kann’s kaum erwarten.

warum das dritte erstaunlich und seltsam ist? ich habe doch nie glück! und das wäre welches.

p.s. (23:58) es ist glück: ich kann das zimmer haben!